Politische Gefangene des Imperiums MIAMI 5       

     

K U B A

Havanna, 5. Januar 2012

 

50. JAHRESTAG DER ALPHABETISIERUNGSKAMPAGNE
Eine historische Lektion
● In nur einem Jahr rottete Kuba den Analphabetismus vollständig aus

Yenia Silva Correa

DAS Jahrzehnt, das von den Vereinten Nationen zum Jahrzehnt der Alphabetisierung (2003-2012) erklärt wurde, geht zu Ende. Aber die Zahl der Menschen, die weder lesen noch schreiben können, ist alarmierend: 64,7 Millionen Kinder gehen nicht zur Schule und 793 Millionen Erwachsene sind Analphabeten.

Kuba führte vor 50 Jahren eine nationale Kampagne durch, die zwölf Monate dauerte und am 22. Dezember 1961 mit der Proklamierung des Landes als einem von Analphabetismus freiem Gebiet abschloss.

Ab Januar jenes Jahres wurden die organisatorischen Strukturen der Kampagne geschaffen. Um 1.045.000 Leseunkundige, die in jenem Moment registriert waren, zu alphabetisieren, wurden verschiedene Lehrerkontingente gebildet, die sich in Volkslehrer und die Brigaden „Conrado Benítez", „Frank País" und „Patria o Muerte" unterteilten.

Denjenigen, die bereits Mitarbeiter des Bildungswesens waren, kam die Aufgabe zu, die Alphabetisierer – in der Mehrheit Jugendliche, mehr als die Hälfte Mädchen – vorzubereiten und die Materialien, die benutzt werden würden, bereitzustellen.

Aber der zu begehende Weg, um das Land aus dem Analphabetismus herauszuholen, war dornenübersät. Die damals noch sehr junge kubanische Revolution hatte im Jahr 1961 den Kampf gegen die Banditen im Escambray-Gebirge zu bestehen, proklamierte den sozialistischen Charakter der Revolution, ging siegreich aus der Söldnerinvasion in Playa Girón hervor, ohne die Alphabetisierung zu unterbrechen.

Nicht einmal die Ermordung junger Lehrer, die in ländlichen Gegenden unterrichtet hatten, verringerte den Enthusiasmus derer, die standhaft eine der edelsten Aufgaben des revolutionären Prozesses im Sinne der sozialen Gerechtigkeit übernommen hatten.

Nach einem Jahr war das Versprechen erfüllt, das Fidel im September 1960 vor der UNO gegeben hatte: „… im nächsten Jahr nimmt sich unser Volk vor, einen großen Kampf gegen den Analphabetismus zu führen!"

Bei einer Bevölkerungszahl von etwas mehr als 6,9 Millionen wurde der Index des Analphabetismus auf 3,9 % gesenkt, eine Großtat, die ohne den Einsatz der kubanischen und lateinamerikanischen Studierenden, Arbeiter und Lehrer und ohne den Willen der revolutionären Führung nicht möglich gewesen wäre.

Viele Alphabetisierer wurden später zu Lehrern mehrerer Generationen von Kubanern und wiederholten das Erlebnis der Lehrtätigkeit in internationalistischen Missionen als Dozenten der pädagogischen Kontingente.

Andere widmeten sich anderen Berufen, vergaßen aber nie die Tage mit der Fibel und dem Handbuch in ihren Händen.

Die folgenden Jahrzehnte der Revolution sind durch den progressiven Anstieg des Bildungsniveaus der Kubaner, die Erhöhung der Zahl der Schulen, der Lehrer und Dozenten und der Lehr- und Studienplätze im ganzen Land und die Präsenz von Lehrern der Insel in Afrika und Lateinamerika gekennzeichnet.

Ein Recht aller

Wenn auch die Alphabetisierungsprogramme aufgrund fehlenden politischen Willens in vielen Teilen der Welt keine Priorität haben, erkennt die UNESCO die Alphabetisierung als ein Menschenrecht an, von dem der Zugang zur Bildung abhängt.

Für Kuba endete die Erfahrung der Alphabetisierung nicht im Dezember 1961, ganz im Gegenteil. Anfang des jetzigen Jahrhunderts war es notwendig, neue Aktionen der Erwachsenenbildung in anderen Ländern in Angriff zu nehmen und es entstand das Programm „Yo sí puedo" (Ich kann es).

Die gleichen Leitprinzipien benutzend, die in der Alphabetisierungskampagne angewendet wurden, hat das „Yo sí puedo" über 30 Länder erreicht und in Ländern wie Venezuela, Bolivien und Nicaragua war es die Methode, die benutzt wurde, um den Analphabetismus zu beseitigen.

Im Jahr 2006 wurde dem kubanischen Programm der König-Sejong-Alphabetisierungspreis zuerkannt , den die UNESCO verleiht, obwohl keine Anerkennung höher ist, als die Tatsache, über 3,5 Millionen Menschen Lesen und Schreiben gelehrt zu haben, von denen viele bereits am Folgeprogramm „Yo sí puedo seguir" (Ich kann weitermachen) teilnehmen, das ihnen erlaubt, die Grundschulbildung zu vervollständigen.
 

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