Politische Gefangene des Imperiums MIAMI 5       

     

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Havanna, 13. Juli 2010

 

Fidel: "Die USA machen weder Fair Play noch sagen sie die Wahrheit"

(Entnommen aus CubaDebate)

Die Vereinigten Staaten machen kein Fair Play und sagen durchaus nicht die Wahrheit, bekräftigte Comandante en Jefe Fidel Castro im Sonderprogramm des "Runden Tisches", unter der Leitung des Journalisten Randy Alonso, das vom kubanischen Fernsehen am Montagnachmittag ausgestrahlt wurde.

Fidel: "Die USA machen weder Fair Play noch sagen sie die Wahrheit"Fidel machte eine gründliche Analyse der Situation im Nahen Osten, besonders der durch die Vereinigten Staaten und Israel mittels ihrer Politik des Drucks auf den Iran hervorgerufenen Krise, und erörterte das Atomwaffenarsenal, über das die großen internationalen Mächte verfügen, sowie die Versenkung des Cheonan, dem Flaggschiff der Südkoreanischen Kriegsmarine, eine Aktion, deren Nordkorea beschuldigt wird.

Bei seiner erneuten Warnung vor der Gefahr eines Krieges mit Einsatz von Atomwaffen, die er bereits in seinen Reflexionen zum Ausdruck gebracht hatte, bot der Comandante en Jefe eine sehr breite Palette von Argumenten und kommentierte die Meinungen politischer Analysten, die die letzten Ereignisse im Nahen Osten verfolgt haben.

Im "Runden Tisch", an dem außer dem Direktor des Fernsehprogramms auch der Historiker Rolando Rodríguez, sowie Osvaldo Martínez, Direktor des Zentrums der Forschungen zur Weltwirtschaft und Dr. Carlos Gutiérrez, Direktor des Nationalen Zentrums für Wissenschaftliche Forschungen (CNIC) teilnahmen, analysierte Fidel das enorme Kriegsarsenal, über das die wichtigsten Weltmächte mit den USA an der Spitze verfügen: "die Anzahl der strategischen Sprengköpfe ist irrsinnig", versicherte er.

Die Angaben des Stockholmer internationalen Friedensforschungsinstituts (SIPRI), sagte Fidel, lassen keinen Zweifel an der Gefahr, die über der Menschheit schwebt. Die gesamten Militärausgaben der Vereinigten Staaten im Jahr 2009 betrugen 1 531 Billionen Dollar, was ein Wachstum um 49 Prozent gegenüber dem Jahr 2000 bedeutet.

Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, was passieren würde, wenn zumindest ein Teil dieses Arsenals zum Einsatz kommt, und "im Kongress (der Vereinigten Staaten) gibt es noch aggressivere Standpunkte als den des Präsidenten", fügte der Führer der Revolution hinzu.

Die Militärausgaben der USA haben nicht aufgehört, zu wachsen. Fidel merkte an, dass das Verteidigungsbudget dieses Landes von 316 Billionen im Jahr 2001 auf 565 Billionen im Jahr 2010 anstieg.

"Die Vereinigten Staaten geben mehr aus als alle Länder gemeinsam", sagte er. Sie haben 2 002 strategische Sprengköpfe und 500 nicht strategische. Sie haben 2 702 offengelegt, während Russland 2 787 strategische und 2 047 nicht strategische hat. Beide zusammen haben fast 7 000 Sprengköpfe. Diese Ziffer ist irrsinnig".

RISIKO EINES KRIEGES

Nach einem Kommentar von Randy über das Risiko, dass im Nahen Osten ein Krieg ausbrechen kann, versicherte Fidel: "ich stimme vollkommen darin überein, dass es das Risiko eines unmittelbar bevorstehenden Krieges gibt" , und fügte hinzu: "Ich begann, über dieses Thema nach der Beschuldigung gegen Nordkorea zu schreiben, dem vorgeworfen wurde, das hochmoderne südkoreanische Schiff versenkt zu haben, eines der modernsten, über die die US-amerikanische Industrie verfügt, die spezielle Metalle verwendet, Artikel, die an Nordkorea nicht verkauft werden".

Er ironisierte die Anschuldigung gegen Nordkorea, dem vorgeworfen wird, ein altes Torpedo der 50er Jahre benutzt zu haben. "Man stelle sich das vor, ein altes Torpedo gegen dieses hochmoderne Schiff!", merkte er an.

Er versicherte, dass ein US – amerikanischer Analyst eine logische Erklärung geliefert hatte: "Südkorea führte ein Manöver mit seinem Alliierten, den Vereinigten Staaten, durch. Das Schlimme an diesem Fakt, was die USA nur schwer zugeben können, ist, dass sie es waren, die das hochmoderne Schiff Südkoreas versenkten. Es starben 46 Männer... Ein solches Schiff könnte nur mit einer Mine gesprengt werden. Uns das war es, was sie gemacht haben".

Fidel sagte, überzeugt davon zu sein, dass wenn diese Situation mit Korea damals eskaliert wäre, die Situation dramatisch gewesen wäre, und erinnerte an die Redewendung, die die Koreaner gebrauchten: "es wird ein Flammenmeer geben". Er erkannte an, dass "es dies war, was ich zunächst dachte, dass sich das Problem hier entfesseln würde, denn die Resolution (des Sicherheitsrates) über Iran stand noch nicht".

Als diese angenommen wurde, "war klar, dass sich zuerst der Konflikt in Iran entfesselt, und später in Korea. Die am aufmerksamsten beobachten müssen, was im Iran geschieht, sind die Nordkoreaner".

DIE ERNSTESTE KRISE OBAMAS

Fidel kommentierte die kürzlichen Deklarationen des US-amerikanischen Politologen Noam Chomsky, der versicherte, dass die Position der Vereinigten Staaten gegenüber dem Iran "die ernsteste außenpolitische Krise ist, der die Regierung Obamas gegenübersteht".

"Iran ist der große Apfel der Zwietracht", versicherte Fidel, "weil sicher ist, dass sie es nicht inspizieren können. Vor 31 Jahren, als sie den chemischen Krieg gegen die Revolution des Ajatollah Chomeini entfesselten, der den Schah von Iran ohne Waffen stürzte, hatte der Iran keine Armee, sondern die Revolutionsgarde".

Fidel fügte hinzu, dass "Ahmadinedschad ganz und gar nicht unvorbereitet ist—man kann mit ihm einverstanden sein oder nicht—, aber unvorbereitet ist er nicht. Ein Rechnung aufzumachen, ausgehend davon, dass sie losrennen werden, um die Yankees um Entschuldigung zu bitten, ist absurd".

Er argumentierte, dass die Iraner "sich seit 30 Jahren vorbereiten, über industrielle Entwicklung verfügen, Flugzeuge, Radare, Fliegerabwehrwaffen kaufen... Die Russen verpflichteten sich, ihnen die (Rakete) S-300 zu liefern, aber sie gehen langsam voran und haben sie noch nicht übergeben. Alle Flugzeuge, die sie kaufen konnten, haben sie gekauft. Sie haben russische Waffen. Allein an Raketenwerfern haben sie Hunderte. Die Armee verfügt über ihre Luft-, See- und Bodenstreitkräfte. Die Kriegsmarine hat ebenfalls Luft-, See- und Bodenstreitkräfte. Soldaten, nur die Revolutionsgarde, haben sie mehr als eine Million. Sie trainieren alle Menschen, die älter als 12 und jünger als 60 Jahre alt sind. Und es sind 20 Millionen muslimische Schiiten. Wer wird mit diesem Feind sympathisieren, der alles zerstören will und es außerdem kundtut?".

Fidel versicherte, dass alle Atommächte zusammen über etwa
20 000 Atomwaffen verfügen, und dass der Vorwand, den sie gegen den Iran benutzt haben, lächerlich ist: "Dieses geschaffene Problem ist lächerlich, und alle Resolutionen (des UNO-Sicherheitsrates). Das Risiko ist, dass Iran in zwei oder drei Jahren zwei atomare Sprengkörper entwickelt oder herstellt. Wo ist die Logik? Dieses ganze Problem ist dem geschuldet ".

Der Meinung des Comandante en Jefe nach, ist der wahre Grund "die Kontrolle, der Einfluß, den der Staat Israel über die Vereinigten Staaten hat. Ein Land, das in wenigen Jahren zu einer Atommacht geworden ist".

Er bekräftigte, dass Kuba die atomare Erfahrung sehr gut kennt: "Wir hatten das Risiko, angegriffen zu werden. Unter der Regierung Reagan, verübten sie einen atomaren Test im Meer. Auf einem Schiff. Dies durchschauten wir, weil wir Truppen nach Namibia schickten".

Über Israel "wurden den Südafrikanern etwa 14 atomare Sprengkörper übergeben, die mächtiger waren als die in Hiroshima und Nagasaki abgeworfenen. Diese Lage ist nicht neu. Wir hatten dort (in Angola) etwa 60 000 Männer auf dem Vormarsch. Und das Risiko eines atomaren Angriffs hatten wir schon erlebt".

Er erinnerte an den Moment, als die sowjetischen Streitkräfte ihre Atomsprengköpfe in Kuba installierten, "was uns natürlich nicht gefiel, denn als wir diese Revolution machten, rechneten wir mit keinerlei Allianz mit der UdSSR ". Diese Allianz "kam uns sehr gut zu statten kam, denn als (die USA) uns das Erdöl nahmen, lieferte es uns (die UdSSR). Wir reden nicht, ohne eigene Erfahrung: wir haben sie 1962 und in den 70er Jahren erlebt, auf einer internationalistischen Mission. Und wir trafen alle Maßnahmen: voranmarschieren und unter die Erde gehen. Wir konnten auf keinen Zufall warten. Alles wurde nachgeprüft. Nicht einmal Mandela weiß, was sie mit diesen Atomwaffen gemacht haben. Ich habe ihn gefragt: ‘Das ist nicht bekannt’, sagte er. Sie haben sie abtransportiert. Sie haben nie Fair Play gemacht".

"Kann man mit so etwas spielen?", setzte er hinzu. "Wenn du von der Hypothese sprichst, wirst du niemanden überzeugen. Es muß nichts dramatisiert werden, denn die Tatsachen an sich sind dramatisch".

Der Comandante en Jefe kündigte in seiner Reflexion, die am Sonntag in Cubadebate veröffentlicht wurde, neue Analysen über diese für die Menschheit gefährlichen Ereignisse an.

 

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