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Fidel: "Die USA machen weder Fair Play noch sagen
sie die Wahrheit"
(Entnommen aus CubaDebate)
Die Vereinigten Staaten machen kein Fair Play und
sagen durchaus nicht die Wahrheit, bekräftigte
Comandante en Jefe Fidel Castro im Sonderprogramm
des "Runden Tisches", unter der Leitung des
Journalisten Randy Alonso, das vom kubanischen
Fernsehen am Montagnachmittag ausgestrahlt wurde.
Fidel
machte eine gründliche Analyse der Situation im
Nahen Osten, besonders der durch die Vereinigten
Staaten und Israel mittels ihrer Politik des Drucks
auf den Iran hervorgerufenen Krise, und erörterte
das Atomwaffenarsenal, über das die großen
internationalen Mächte verfügen, sowie die
Versenkung des Cheonan, dem Flaggschiff der
Südkoreanischen Kriegsmarine, eine Aktion, deren
Nordkorea beschuldigt wird.
Bei seiner erneuten Warnung vor der Gefahr eines
Krieges mit Einsatz von Atomwaffen, die er bereits
in seinen Reflexionen zum Ausdruck gebracht hatte,
bot der Comandante en Jefe eine sehr breite Palette
von Argumenten und kommentierte die Meinungen
politischer Analysten, die die letzten Ereignisse im
Nahen Osten verfolgt haben.
Im "Runden Tisch", an dem außer dem Direktor des
Fernsehprogramms auch der Historiker Rolando
Rodríguez, sowie Osvaldo Martínez, Direktor des
Zentrums der Forschungen zur Weltwirtschaft und Dr.
Carlos Gutiérrez, Direktor des Nationalen Zentrums
für Wissenschaftliche Forschungen (CNIC) teilnahmen,
analysierte Fidel das enorme Kriegsarsenal, über das
die wichtigsten Weltmächte mit den USA an der Spitze
verfügen: "die Anzahl der strategischen Sprengköpfe
ist irrsinnig", versicherte er.
Die Angaben des Stockholmer internationalen
Friedensforschungsinstituts (SIPRI), sagte Fidel,
lassen keinen Zweifel an der Gefahr, die über der
Menschheit schwebt. Die gesamten Militärausgaben der
Vereinigten Staaten im Jahr 2009 betrugen 1 531
Billionen Dollar, was ein Wachstum um 49 Prozent
gegenüber dem Jahr 2000 bedeutet.
Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, was
passieren würde, wenn zumindest ein Teil dieses
Arsenals zum Einsatz kommt, und "im Kongress (der
Vereinigten Staaten) gibt es noch aggressivere
Standpunkte als den des Präsidenten", fügte der
Führer der Revolution hinzu.
Die Militärausgaben der USA haben nicht aufgehört,
zu wachsen. Fidel merkte an, dass das
Verteidigungsbudget dieses Landes von 316 Billionen
im Jahr 2001 auf 565 Billionen im Jahr 2010 anstieg.
"Die Vereinigten Staaten geben mehr aus als alle
Länder gemeinsam", sagte er. Sie haben 2 002
strategische Sprengköpfe und 500 nicht strategische.
Sie haben 2 702 offengelegt, während Russland 2 787
strategische und 2 047 nicht strategische hat. Beide
zusammen haben fast 7 000 Sprengköpfe. Diese Ziffer
ist irrsinnig".
RISIKO EINES KRIEGES
Nach einem Kommentar von Randy über das Risiko,
dass im Nahen Osten ein Krieg ausbrechen kann,
versicherte Fidel: "ich stimme vollkommen darin
überein, dass es das Risiko eines unmittelbar
bevorstehenden Krieges gibt" , und fügte hinzu: "Ich
begann, über dieses Thema nach der Beschuldigung
gegen Nordkorea zu schreiben, dem vorgeworfen wurde,
das hochmoderne südkoreanische Schiff versenkt zu
haben, eines der modernsten, über die die US-amerikanische
Industrie verfügt, die spezielle Metalle verwendet,
Artikel, die an Nordkorea nicht verkauft werden".
Er ironisierte die Anschuldigung gegen Nordkorea,
dem vorgeworfen wird, ein altes Torpedo der 50er
Jahre benutzt zu haben. "Man stelle sich das vor,
ein altes Torpedo gegen dieses hochmoderne Schiff!",
merkte er an.
Er versicherte, dass ein US – amerikanischer
Analyst eine logische Erklärung geliefert hatte: "Südkorea
führte ein Manöver mit seinem Alliierten, den
Vereinigten Staaten, durch. Das Schlimme an diesem
Fakt, was die USA nur schwer zugeben können, ist,
dass sie es waren, die das hochmoderne Schiff
Südkoreas versenkten. Es starben 46 Männer... Ein
solches Schiff könnte nur mit einer Mine gesprengt
werden. Uns das war es, was sie gemacht haben".
Fidel sagte, überzeugt davon
zu sein, dass wenn diese Situation mit Korea damals
eskaliert wäre, die Situation dramatisch gewesen
wäre, und erinnerte an die Redewendung, die die
Koreaner gebrauchten: "es wird ein Flammenmeer geben".
Er erkannte an, dass "es dies war, was ich zunächst
dachte, dass sich das Problem hier entfesseln würde,
denn die Resolution (des Sicherheitsrates) über Iran
stand noch nicht".
Als diese angenommen wurde,
"war klar, dass sich zuerst der Konflikt in Iran
entfesselt, und später in Korea. Die am
aufmerksamsten beobachten müssen, was im Iran
geschieht, sind die Nordkoreaner".
DIE ERNSTESTE KRISE OBAMAS
Fidel kommentierte die kürzlichen Deklarationen
des US-amerikanischen Politologen Noam Chomsky, der
versicherte, dass die Position der Vereinigten
Staaten gegenüber dem Iran "die ernsteste
außenpolitische Krise ist, der die Regierung Obamas
gegenübersteht".
"Iran ist der große Apfel der Zwietracht",
versicherte Fidel, "weil sicher ist, dass sie es
nicht inspizieren können. Vor 31 Jahren, als sie den
chemischen Krieg gegen die Revolution des Ajatollah
Chomeini entfesselten, der den Schah von Iran ohne
Waffen stürzte, hatte der Iran keine Armee, sondern
die Revolutionsgarde".
Fidel fügte hinzu, dass "Ahmadinedschad ganz und
gar nicht unvorbereitet ist—man kann mit ihm
einverstanden sein oder nicht—, aber unvorbereitet
ist er nicht. Ein Rechnung aufzumachen, ausgehend
davon, dass sie losrennen werden, um die Yankees um
Entschuldigung zu bitten, ist absurd".
Er argumentierte, dass die Iraner "sich seit 30
Jahren vorbereiten, über industrielle Entwicklung
verfügen, Flugzeuge, Radare, Fliegerabwehrwaffen
kaufen... Die Russen verpflichteten sich, ihnen die
(Rakete) S-300 zu liefern, aber sie gehen langsam
voran und haben sie noch nicht übergeben. Alle
Flugzeuge, die sie kaufen konnten, haben sie gekauft.
Sie haben russische Waffen. Allein an Raketenwerfern
haben sie Hunderte. Die Armee verfügt über ihre Luft-,
See- und Bodenstreitkräfte. Die Kriegsmarine hat
ebenfalls Luft-, See- und Bodenstreitkräfte.
Soldaten, nur die Revolutionsgarde, haben sie mehr
als eine Million. Sie trainieren alle Menschen, die
älter als 12 und jünger als 60 Jahre alt sind. Und
es sind 20 Millionen muslimische Schiiten. Wer wird
mit diesem Feind sympathisieren, der alles zerstören
will und es außerdem kundtut?".
Fidel versicherte, dass alle Atommächte zusammen
über etwa
20 000 Atomwaffen verfügen, und dass der Vorwand,
den sie gegen den Iran benutzt haben, lächerlich ist:
"Dieses geschaffene Problem ist lächerlich, und alle
Resolutionen (des UNO-Sicherheitsrates). Das Risiko
ist, dass Iran in zwei oder drei Jahren zwei atomare
Sprengkörper entwickelt oder herstellt. Wo ist die
Logik? Dieses ganze Problem ist dem geschuldet ".
Der Meinung des Comandante en Jefe nach, ist der
wahre Grund "die Kontrolle, der Einfluß, den der
Staat Israel über die Vereinigten Staaten hat. Ein
Land, das in wenigen Jahren zu einer Atommacht
geworden ist".
Er bekräftigte, dass Kuba die atomare Erfahrung
sehr gut kennt: "Wir hatten das Risiko, angegriffen
zu werden. Unter der Regierung Reagan, verübten sie
einen atomaren Test im Meer. Auf einem Schiff. Dies
durchschauten wir, weil wir Truppen nach Namibia
schickten".
Über Israel "wurden den Südafrikanern etwa 14
atomare Sprengkörper übergeben, die mächtiger waren
als die in Hiroshima und Nagasaki abgeworfenen.
Diese Lage ist nicht neu. Wir hatten dort (in
Angola) etwa 60 000 Männer auf dem Vormarsch. Und
das Risiko eines atomaren Angriffs hatten wir schon
erlebt".
Er erinnerte an den Moment, als die sowjetischen
Streitkräfte ihre Atomsprengköpfe in Kuba
installierten, "was uns natürlich nicht gefiel, denn
als wir diese Revolution machten, rechneten wir mit
keinerlei Allianz mit der UdSSR ". Diese Allianz
"kam uns sehr gut zu statten kam, denn als (die USA)
uns das Erdöl nahmen, lieferte es uns (die UdSSR).
Wir reden nicht, ohne eigene Erfahrung: wir haben
sie 1962 und in den 70er Jahren erlebt, auf einer
internationalistischen Mission. Und wir trafen alle
Maßnahmen: voranmarschieren und unter die Erde
gehen. Wir konnten auf keinen Zufall warten. Alles
wurde nachgeprüft. Nicht einmal Mandela weiß, was
sie mit diesen Atomwaffen gemacht haben. Ich habe
ihn gefragt: ‘Das ist nicht bekannt’, sagte er. Sie
haben sie abtransportiert. Sie haben nie Fair Play
gemacht".
"Kann man mit so etwas spielen?", setzte er
hinzu. "Wenn du von der Hypothese sprichst, wirst du
niemanden überzeugen. Es muß nichts dramatisiert
werden, denn die Tatsachen an sich sind dramatisch".
Der Comandante en Jefe kündigte in seiner
Reflexion, die am Sonntag in Cubadebate
veröffentlicht wurde, neue Analysen über diese für
die Menschheit gefährlichen Ereignisse an.
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