Die
kubanische Ärztebrigade berichtet, dass an den Orten,
wo die kubanischen Ärzte arbeiten, seit dem 18.
Januar 2011 kein Haitianer mehr an Cholera gestorben
ist. In den 34 funktionierenden
Gesundheitseinrichtungen zur Behandlung der
Krankheit, die es weiterhin in endemischer Phase in
diesem Land gibt, führt das medizinische Personal
ein Erziehungs- und Werbeprogramm zur Vorbeugung
gegen die Krankheit durch.
Der Statistik zufolge wurde in dieser Woche nur
ein Ansteckungsfall im Süden erfasst. Seitdem der
Krankheitserreger neun Monate nach dem Erdbeben
ausbrach, widmeten die kubanischen Ärzte dieser
Krankheit ihre maximale Aufmerksamkeit.
Obwohl in den letzten Wochen kein aktiver
Ausbruch mehr zu verzeichnen war, hält die Brigade
die Aufmerksamkeit in den Gegenden aufrecht, wo
vermehrt Durchfallerkrankungen auftreten und nimmt
eine aktive Suche nach Kranken in den Gemeinden vor.
Die Cholera, die mehr als 500.000 Menschen in
Haiti betroffen hat, weist nun eine geringere
Sterblichkeitsrate auf. Die Zahl ist jedoch noch
hoch, denn die haitianischen Behörden verzeichnen
eine Rate von 1,3 % Verstorbener auf 100 Kranke. Im
Vergleich dazu weist die kubanische Ärztebrigade
eine Sterblichkeitsrate von 0,36 % nach, vier Mal
geringer als die das ganze Land betreffenden Angaben.
Die Epidemie, die seit mehr als 100 Jahren nicht
mehr im Land aufgetaucht war, kann lange Zeit
andauern, wie es in Peru ab 1991 der Fall war — wo
es über zehn Jahre hinweg neue Krankheitsfälle gab
—, wenn weiterhin unangemessene hygienische
Gewohnheiten vorherrschen und die
Trinkwasserversorgung der Bevölkerung nicht
abgesichert wird.