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Ansprache des Präsidenten der Republik Kuba, Fidel
Castro Ruz, auf dem am 3. Februar 2006 auf dem
Revolutionsplatz vollzogenen Festakt zur Verleihung
des Internationalen Preises der UNESCO „José Martï“
an Hugo Chávez Frías, Präsident der Bolivarianischen
Republik Venezuela.
Lieber Präsident Chávez;
Liebe Mitglieder der Delegationen Venezuelas und
Kubas;
Liebe Teilnehmer an diesem großartigen Festakt;
Liebe Mitbürger!
Dies ist ein historischer Tag und er ist von
besonderer Bedeutung, die Verleihung des
Internationalen Preises „José Martí“ der
Organisation der Vereinten Nationen an den
Präsidenten Venezuelas.
Was kommt mir in den Sinn in dieser bewegenden
Minute. Heute vor sieben Jahren und einem Tag, am 2.
Februar 1999, hatte ich das Privileg, der
Amtsübernahme des neuen Präsidenten Venezuelas, Hugo
Chávez Frías, beizuwohnen (Beifall). Ich hatte ihn
ungefähr fünf Jahre vorher kennen gelernt, als er
uns, gerade erst aus dem Gefängnis gekommen, im
Dezember 1994 besuchte. Wir lernten uns gut kennen
und tauschten uns über Themen aus, wobei wir viel
übereinstimmten und uns sehr begeisterten. Wir
sprachen von der Zukunft. Aber es war schwer, sich
vorzustellen, dass innerhalb eines historisch so
kurzen Zeitraumes Hugo Chávez das Amt des
Präsidenten des ruhmreichen Venezuelas von Simón
Bolívar übernehmen würde (Beifall).
Damals versicherte er mit Kühnheit: „Ich schwöre bei
dieser sterbenden Verfassung“, ein Ausdruck, der
Geschichte schreiben würde.
Wortgetreu einige seiner Absätze an jenem Tag:
„Es gibt Ziffern der Arbeitslosigkeit, die bei 20%
liegen. Eine Unterbeschäftigung bei 50% der
wirtschaftlich aktiven Kräfte, fast eine Million
Kinder, die gerade so überleben, Kinder, wie meine
Tochter Rosinés, im Alter von einem Jahr und vier
Monaten, die gerade so überleben. Siebenundzwanzig,
fast achtundzwanzig pro tausend Lebendgeborenen
betrug die Kindersterblichkeit in Venezuela, eine
der höchsten des ganzen Kontinents. Das Auftreten
der Unterernährung in der Kindersterblichkeit liegt
annähernd bei 15% der Kinder, die sterben. Die
Ursache ihres Todes: Unterernährung. Da können wir
keine konstituierende Versammlung abwarten.“
„(...) Es ist grausam, zu erfahren, dass nur eins
von fünf Kindern, die die Vorschule beginnen, nur
eins von fünf die Grundschule beendet, das ist
grausam, denn das ist die Zukunft des Landes.“
„(...) Fünfundvierzig Prozent der Jugendlichen
besuchen nicht die Mittelschulen, streunen umher,
gerade so überlebend, und viele von ihnen begehen
Vergehen um zu überleben, den der Mensch ist nicht
von Natur aus schlecht, wir sind Geschöpfe Gottes,
wir sind keine Geschöpfe des Teufels (Beifall).
Diese Situation erhalte ich hier, hier halte ich sie
in meinen Händen, und es ist die Anhäufung all jener
Krisen, auf die ich mich vor ein paar Minuten bezog.“
Seine Worte an diesem 2. Februar beeindruckten mich
tief. Ich sollte 48 Stunden später in der
Zentraluniversität Venezuelas auftreten, wo ich 40
Jahre und 10 Tage vorher, am 24. Januar 1959 zu den
Studenten gesprochen hatte.
Zahlen und Angaben, die dieser Besucher in diesem
Augenblick der Wiederbegegnung kannte, brachten ihn
zu der Schlussfolgerung, dass das Volk Venezuelas in
diesem neuen Tagesanbruch mutig und intelligent
ernsthaften Schwierigkeiten gegenüberstehen würde,
die von der wirtschaftlichen und sozialen Situation
ausgingen, in die dieses heldenhafte Volk gekommen
war.
Ich erwähnte Absätze und Ziffern, die ich heute
wortwörtlich der am 3. Februar vor sieben Jahren
gehaltenen Rede entnahm.
„Warenexporte gemäß des Berichts der Zentralbank
Venezuelas:
1997: 23,4 Milliarden Dollar“, die Exporte.
1998: 17,32 Milliarden. Der Wert der Exporte
fiel in nur einem Jahr um 6,08 Milliarden Dollar.“
Erdöl (Hauptexportposten). Preise: 1996: 20 Dollar/Barrel;
1997: 16,50 Dollar; 1998: 9 Dollar.“ Am Vorabend der
Amtsübernahme.
Die hauptsächlichen Mineralien, Eisen, Aluminium,
Gold und Derivate wie Stahl, alle sind im größeren
oder kleineren Maße erheblich im Preis gesunken.
Beide Posten bilden 77% der Exporte. Also Erdöl und
Mineralien.
Handelsbilanz:
1996 ― 13,6 Milliarden Dollar.
1998 ― 3,4 Milliarden. Das war es, was sie in einem
Jahr erhielten, und was sie im Jahr darauf erhielten,
fast ein Drittel.
Differenz: 10,2 Milliarden in nur zwei Jahren.
Zahlungsbilanz“, ein anderes Kapitel:
„1996 ― 7 Milliarden zu Gunsten Venezuelas.
1998 ― 3,418 Milliarden zu Ungunsten des Landes.
Verfügbare internationale Reserven:
1997: 17,818 Milliarden.
1998: 14,385 Milliarden Dollar.“ Die Reserven
sanken, wie es auch kurz davor stand sich nach dem
Erdölputsch und nach dem Militärputsch vom 11. April
2002 zu wiederholen. Ja, denn das passiert, dieses
gewaltige Sinken, im übernächsten Jahr, 2003; das
heißt das sehr schnelle Sinken der Reserven, ich
glaube, sie hatten sich schon 13 Milliarden im
ersten halbjahr dieses Jahres genähert und hätten
sich in einigen Monaten auf Null reduziert. Einige
hatten schon 30 Milliarden Dollar aus Venezuela
fortgeschafft, deren Wert heute 2 Billionen Dollar
wäre, mehr als ausreichend für eine beschleunigte
Entwicklung in der ganzen Hemisphäre, besonders,
wenn es sich um eine rationelle Entwicklung handelt
und nicht um eine konsum- und
verschwendungsorientierte Entwicklung.
„Nettoverluste: 3,5 Milliarden ungefähr in einem
Jahr.
Auslandsschuld:
Fast 40% des Landeshaushalts wird“ ― sagten wir
damals ― „im Dienst der Auslandsschuld ausgegeben.“
Es waren internationale Angaben.
„Die soziale Situation gemäß verschiedener
nationaler und internationaler Quellen.
Arbeitslosigkeit: Offizielle Zahlen sprechen von 11
bis 12%. Es gibt andere Zahlen, die auf 20% weisen.“
Und nach dem Staatsstreich und dem Erdölputsch wurde
sie auf mehr als 20% erhöht, als diese Zahlen der
Arbeitslosigkeit schon auf 10 oder 9% gesenkt wurden.
„Die Unterbeschäftigung liegt bei 50%.
Fast eine Million Kinder in einem Zustand, dass sie
gerade so überleben“, wie der Präsident gesagt hatte.
Das war in den statistischen Angaben dieser Zeit
festgehalten.
Kindersterblichkeit von fast 28 pro 1 000
Lebendgeborenen. 15% derer, die sterben, sterben
infolge der Unterernährung.“ Es lag wirklich an der
Unterernährung.
„Nur eins von fünf Kindern beendet die Grundschule“;
eine andere korrekte Angabe, ausgesprochen am Tag
der Amtsübernahme; „45% der Jugendlichen besuchen
nicht die Mittelschule.“ Schon zu dieser Zeit hatten
wir mehr als 90% erreicht. Wer sollte uns von diesen
Problemen erzählen? Wie könnten wir sie ignorieren,
wo wir doch viele Jahre lang versucht hatten, sie zu
reduzieren, seit dem Sieg der Revolution und bis in
die Gegenwart. Jetzt sind es praktisch hundert
Prozent, und es beginnt, auch in Venezuela so zu
sein.
„45% Abwesenheit an den Schulen ist wirklich
beeindruckend“, sagten wir.
Wir fügten hinzu:
„Mehr als eine Million Kinder sind im Arbeitsmarkt
einbezogen; mehr als 2,3 Millionen, aus dem
Schulsystem ausgeschlossen, ohne jede
Berufsausbildung.
„In den letzten zehn Jahren ― sagten wir, wir hatten
es vor der Reise nach Venezuela gelesen ― , „mehr
als eine Million Venezolaner, die die Mittelklasse,
Kategorie ´c´ bildeten, waren infolge der
Einkommenssenkung, der Arbeitslosigkeit und der
Auswirkungen der Inflation zur Kategorie der Armen
und Bedürftigen übergegangen, die heute 77% der
Bevölkerung ausmacht.
Das geschieht im ursprünglichen Vaterland Bolívars,
in der an Rohstoffen reichten Nation Lateinamerikas,
mit fast einer Million Quadratkilometern und nur 22
Millionen Einwohnern.“ Es war nicht Brasilien in
Fläche und Einwohnerzahl.
„Ich stelle diese Überlegungen an“ ― sagte ich zum
Schluss und mit viel Vorsicht, damit es nicht als
Einmischung in innere Angelegenheiten gedeutet würde
― „unter voller und absoluter Verantwortung, in der
Hoffnung, dass sie nützlich sein würden.“
Wie hätte man auf die Idee kommen können, dass wir
sie hier eines Tages, sieben Jahre später,
wiederholen würden, als unwiderlegbares Argument
dafür, wie dort die Lage war und was in diesen
sieben Jahren in Venezuela vorangegangen ist.
Die gewaltige Emphase ist vollkommen erklärbar, die
der bolivarianische Prozess an erster Stelle den
bolivarianischen Schulen gab, gut ausgerüstet mit
allen Mitteln, wo diese Kinder aufgenommen wurden,
die vom Schulsystem ausgeschlossen waren. Und sie
werden noch weiter in hohem Tempo gebaut und
vervollkommnet. Diese Bewegung ist schon dabei, die
Schulstufe zu erreichen, die wir in Kuba Mittelstufe
nennen, in den bolivarianischen Lyzeen, und es gibt
sehr wichtige zusätzliche Projekte. Ich habe Ziffern
gehört von der Schaffung von ungefähr 1 000
ebenfalls vollkommen ausgestatteten Lyzeen, etwas
wirklich Bewundernswertes.
Gut, das war in den ersten Zeiten, aber dann kamen
die Ereignisse, die es woanders nicht gab, die zu
dieser so gerechten, so unbestreitbaren Anerkennung
mit dem Preis „José Martí“ führten.
· Am 28. Oktober 2005 wird die
Alphabetisierungskampagne beendet; Mitte 2003, ein
Jahr und drei Monate nach dem Staatsstreich am 11.
April und acht Monate nach dem Erdölputsch hatte die
Alphabetisierungskampagne begonnen, der
bolivarianische Prozess war in diesem Moment knapp
drei Jahre an der Macht, seit dem Tag, an dem der
Präsident bei dieser sterbenden Verfassung geschwört
hatte.
· Zahl der bis zu jenem Tag
alphabetisierten Personen: 1 482 533. Es
blieben noch einige wenige tausend, die schon dabei
waren, den Kurs zu beenden.
· Am 27. Januar 2006 erreichten die ersten
423 Personen, die an der Mission Robinson 2 um den
Abschluss der sechsten Klasse teilgenommen hatten,
diesen Abschluss der sechsten Klasse.
· An dieser Mission nehmen ― in einem Land,
in dem schon kein Analphabetismus mehr herrscht,
aufgrund einer ernsthaften, systematischen Kampagne
mit Kontrollen und Prüfungen ― 1 449 292
Schüler teil; 616 833 von ihnen kommen aus der
Mission Robinson 1.
· Während diesen Jahres 2006 wird eine
Million Schüler diese Stufe absolvieren ― Schüler,
die Analphabeten oder funktionale Alphabeten waren;
oder besser gesagt, Personen, die keine Schüler
waren, sie wurden zu Schülern.
· Es ist vorgesehen, dass bis Ende 2007
weitere 500 000 diese Stufe absolvieren.
· Durch die Mission Ribas für den
Abiturabschluss haben schon 162 543 erwachsene
Bürger diesen Abschluss erreicht. Wir wissen alle,
dass sich 3 400 aus dieser Mission Ribas kommende
venezolanische Studenten hier auf ein Medizinstudium
vorbereiten oder es durchführen. Hebt eure Fahnen (Fahnen
werden erhoben, Ausrufe: „Cuba, Venezuela, eine
einzige Fahne!“).
· In diesem Moment nehmen, Angaben zufolgend,
602 502 Studenten am Unterricht in der Mission Ribas
teil, von denen noch in diesem Jahr etwa 500 000
ihre Ausbildung als neue Abiturienten abschließen
werden.
· An der Mission Sucre, auf einer höheren
Stufe als die Mission Ribas, nehmen 513 568
Venezolaner teil, von denen 416 769 Studenten das
Universitätseinführungsprogramm beendet haben.
· Von ihnen nehmen schon 310 192 am
Universitätsstudium teil.
· Es ist bemerkenswert darauf hinzuweisen,
dass von diesen Venezolanern, die schon ein
Hochschulstudium absolvieren, 15 392 Integrale
Allgemeinmedizin in der Mission Barrio Adentro
studieren (Ausrufe).
Ich erwähnte schon, dass etwas mehr als 3 400 in
Kuba Medizin studieren, und vor Jahresende wird es
10 000 venezolanische Studenten in Kuba geben, die
in dem neuen Programm einbezogen sind (Ausrufe), und
zwar mit großartigen Perspektiven aufgrund der
Methoden, der Erfahrungen, der Dozenten, etwas
absolut neues, wie das, dass die Mission Barrio
Adentro zu einer riesigen Universität in ganz
Venezuela geworden ist. Das ist absolut neu in der
Geschichte der Menschheit und es ist die einzige
Form, die Ärzte auszubilden, die die Dritte Welt
braucht, welche Milliarden der Menschheit bilden,
die schon eine beeindruckende Ziffer von 6,5
Milliarden Einwohnern erreicht, Angehörige unserer
Gattung, in der sich das Unheil und die Probleme
angehäuft und vervielfacht haben.
Wenn eine bessere Welt nicht möglich wäre, adieu den
Hoffnungen auf ein Überleben der Gattung.
· 132 014 sind die Venezolaner, die schon am
Hochschulstudium teilnehmen, auf dem aufgezeigten
Weg, sie nehmen am nationalen Ausbildungsprogramm
für Erzieher in allen Kreisen Venezuelas teil (Beifall
und Ausrufe).
· 74 677 nehmen an vier Programmen der
Ausweitung des Studiums auf die Kreisstädte teil,
die die Bolivarianische Universität von Venezuela
(UBV) bietet, in 308 Kreisstädten aller Provinzen,
und zwar in den Studienrichtungen
Sozialwissenschaften der örtlicher Entwicklung,
Umweltmanagement, Sozialkommunikation und
Rechtswissenschaften.
· 84 892 nehmen an technischen,
wissenschaftlichen und verwaltungstechnischen
Studienrichtungen in den Kreisstädten teil.
· 3 217 studieren Rechtswissenschaften an der
Nationalen Versuchsuniversität „Rómulo Gallego“.
· Es ist ermüdend, die Liste aller Leistungen
zu lesen, die Venezuela im Bereich der Bildung ― und
in anderen Bereichen, aber wir sprechen hier über
die Bildung ― in der Hälfte dieser sieben Jahre
erreicht hat, dabei gegen imperialistische
Verschwörungen kämpfend, gegen Putsche aller Art,
perverse Angriffe auf die Wirtschaft, Versuche,
diesen Prozess zu erdrücken.
Hat es in irgendeinem anderen Land jemals ein
ähnliches Vorankommen im Kampf gegen den totalen
oder funktionalen Analphabetismus gegeben?
Was ist eine Person, die weder lesen noch schreiben
kann? Oder was ist ein funktionaler Analphabet, der
gerade so unterschreiben kann? Und in dieser so
komplexen und immer komplexeren Welt, so
globalisiert und immer mehr globalisiert, ohne die
sechste Klasse erreicht zu haben. Worin können sich
jene nicht denkenden Wesen von jenen Wesen
unterscheiden, die einen denkenden oder denkfähigen
Kopf haben, die nicht ausgebildet wurden, nicht
einmal zum Lesen und Schreiben; die nicht dazu zum
Denken erzogen wurden, wie es José de la Luz y
Caballero vor fast zwei Jahrhunderten in der
spanischen Kolonie Kuba forderte.
Aber, wer ist in den Augen des Imperiums dieser
Mensch einfacher Herkunft, der aufgrund seiner
bolivarianischen und martianischen Konzeption dieses
neue Kapitel in der Geschichte der Völker
Lateinamerikas möglich machte?
Hier ist die Antwort:
„Rumsfeld ― Verteidigungsminister der Vereinigten
Staaten, Chef des Pentagon ― vergleicht Chávez mit
Hitler. Hören Sie gut: Mit Hitler!
„WASHINGTON (AP) ― Der Verteidigungsminister Donald
H. Rumsfeld verglich den venezolanischen Präsidenten
Hugo Chávez mit Adolf Hitler.“
Die Anwähnung tauchte während eines Vortrags am
Donnerstagabend im Nationalklub der Presse auf, als
man ihn nach der allgemeine Verschlechterung der
Beziehungen zwischen Washington und einigen Ländern
Lateinamerikas fragte.
„Wir haben Diktaturen dort gesehen“, sagte er. „Und
wir sahen, dass die Mehrheit dieser Länder, mit
Ausnahme Kubas“, logischerweise, „zur Demokratie
voranschreitet“, drückte er aus. (Anscheinend
schreiten wir zur Hölle, zur absoluten und völligen
Ignoranz, wo keine Demokratie möglich ist.)
Der Verteidigungsminister gab zu, dass „wir dort
einige populistische Führer gesehen haben“ ― ein
Wörtchen hier; die, die sich um das Volk bemühen,
die sich um das Volk kümmern, die sich um das
Gesundheitswesen, das Bildungswesen, die
Beschäftigung kümmern, die an das Volk denken, sind
´populistische Führer´― „die Massen von Personen in
diesen Ländern anziehen“. Als wenn die die Personen
Dummköpfe wären, wo sie in Wirklichkeit immer klüger
sind und immer mehr sehen und hören. Schon wirklich
sichtbare Wahrheiten kann man nicht so leicht
verstecken. „Und es finden Wahlen wie die von Evo
Morales in Bolivien statt, die deutlich beunruhigend
sind“ (Ausrufe).
Wie soll es die Chefs des Imperiums nicht
beunruhigen, dass ein einfacher Indianer heute
Präsident von Bolivien sei, gewählt von der großen
Mehrheit des Volkes, obwohl einer Million
Bolivianern, in überwältigender Mehrheit Anhänger
Evos, das Stimmrecht genommen wurde. Es war fast
unmöglich, sich einen Sieg Evos durch absolute
Mehrheit vorzustellen, da wir alle wussten, dass ein
Million einfacher Bolivianer an diesem Tag nicht
wählen konnten. Was wird sein, wenn Evo eine
konstituierende Versammlung einberufen wird? Er wird
sicher mit den Großtaten der Bolivarianer wetteifern.
Ja, ich gebe ihnen Recht, sie haben begründeten
Anlass sich zu sorgen. Das ist neu und unerwartet
für die, die, wie Hitler, von einem tausendjährigen
Reich träumten.
Er führt fort:
„Wir haben Chávez in Venezuela“ ― und hier auch, den
Preis erhaltend. „Es ist eine Person, die legal
gewählt wurde“ ― bloß gut, dass sie das nicht in
Frage stellen ―, „wie Adolf Hitler legal gewählt
wurde ― wenn sie ein wenig die Geschichte kennen
würden, wüssten sie , warum einmal Hitler gewählt
wurde und was es für Folgen hatte, und wer ihn
unterstützte und warum ― , und dann hat er die Macht
gefestigt, und jetzt arbeitet er offensichtlich eng
mit Fidel Castro zusammen“ ― dieser ´perverse Typ´―
, „und mit dem Herrn Morales.“ Was werden sie von
Morales sagen können!
Wie gut, wir sind glücklich, die Rolle des
Stahlpanzers gespielt zu haben. Nehmen Sie es nicht
als Eitelkeit, es hat sich mir so heraufbeschwört.
Sie sprechen von Fidel Castro, und versuchen seit 47
Jahren, diese Revolution zu zerstören, wer weiß wie
lange, mich umzubringen, und in Wirklichkeit nicht
mich, sondern dieses Volk, das zu einem kleinen Teil
diesen Platz füllt, weil nicht mehr Platz finden (Ausrufe),
bestärkt durch dieses bolivarianische und
einheitliche Erwachen der Völker, die Martí als
unser Amerika bezeichnete.
Die Individuen können ein Privileg haben, und davon
sprachen wir, als ich unserem innigen Bruder Hugo
Chávez diesen Preis überreichte. Wir fühlten uns in
diesem Moment glücklich wegen der für die Menschen
geleisteten Anstrengungen. Wir hätten viel mehr
machen müssen, aber wir wussten nicht ausreichend
genug, um es zu tun, und wir hatten auch nicht das
Maß an Reife, um uns der Pflicht und der
Notwendigkeit, es zu tun, bewusst zu sein ― das sage
ich, ich spreche nicht von ihm, ich spreche über
mich, denn ich hatte dieses Privileg ― , und wir
sagten: Wir haben keine Verdienste, wir sind
privilegiert, in dieser außerordentlichen Zeit
geboren zu sein, in der die Änderungen nicht nur
möglich sind, sondern unerlässlich, eine
Grundbedingung des Überlebens.
Diese Anwesenheit, die Anwesenheit von Millionen,
die beim Referendum in Venezuela abgestimmt haben,
derer, die für Evo stimmten, derer, die in
wachsender Zahl diejenigen zurückweisen, die einem
Imperium dienen, das uns vernichten will, das uns
noch mehr ausbeuten will, sie erlebt zu haben, ist
ein wahrhaftes Privileg.
Wie viele sind gefallen! Wie viele starben von
Bolívar und Sucre bis heute! Darunter viele unserer
Genossen, wie dieser, dessen Abbild dort ist,
Ernesto Che Guevara, Argentinier, Kubaner,
Bolivianer, Venezolaner, Märtyrer Lateinamerikas und
der Welt (Beifall). Diejenigen, die heute für ihr
Vaterland und für diesen Kontinent kämpfen, kämpfen
für die Welt; oder wie jener außerordentliche Denker,
der dort an der Fassade der Nationalbibliothek
abgebildet ist – es gibt keinen besseren Platz –
José Martí. So viel hat jener Mann gekämpft, und so
viele wie er starben, sogar ohne das Privileg das zu
sehen, was wir alle hier sehen, Chávez, Evo, viele
andere und ich. Aber noch mehr als wir seid ihr
privilegiert, so jung, so voller Perspektiven,
werdet ihr diesen Kontinent mit Graduierten der
Hochschulbildung überschwemmen, denn beide,
Venezuela und Kuba, bilden jetzt die Ärzte dieser
Hemisphäre aus, - ohne die Absicht, jemanden zu
ignorieren oder zu ersetzen – die Ärzte, die bereit
sind nach Barrio Adentro zu gehen, die Ärzte, die
bereit sind, an die Orte von Katastrophen zu gehen
ohne mit der Wimper zu zucken; die Ärzte, die dazu
bestimmt sind, einen der edelsten Berufe auszuüben,
den des Arztes, wie den des Lehrers und andere, und
zwar zum Wohl der menschlichen Gattung.
Ihr studiert hier nicht, um die Privatmedizin
auszuüben. Ich bin sicher, dass ihr nicht daran
denkt und dass ihr studieren werdet, um euren
Völkern zu dienen, um es wie jene jungen, in der
lateinamerikanischen Medizinschule ausgebildeten
venezolanischen Ärzte zu tun, welche der Präsident
Chávez an das Amacuro-Delta geschickt hat und an den
Amazonas geschickt hat. Und er sprach jetzt zum
Zeitpunkt der Katastrophe davon, einige von ihnen
nach Bolivien zu schicken. Der Tag wird kommen, an
dem ihr so zu Tausenden und sogar bis zu mehreren
Zehntausenden gehen könnt.
Vor kurzem sprachen wir davon, unter Venezuela und
Kuba insgesamt 100 000 Ärzte auszubilden. Heute kann
ich euch hier sagen, dass wir, Venezuela und Kuba,
darum kämpfen, in 10 Jahren 150 000 Ärzte
auszubilden (Beifall), und nicht nur aus Kuba,
sondern aus Lateinamerika. Darin sind auch die
Kubaner einbegriffen, die bereit sind, an jeglichen
Ort zu gehen.
Hier sollen ungefähr 300 oder mehr Studenten aus
Timor Leste sein, was uns ehrt (Ausrufe). Seht dort
sind sie, was für ein Enthusiasmus, was für ein
heldenhaftes Land, welches während 500 Jahren eine
Kolonie war - während fünfhundert Jahren! – und
einen hohen Blutzoll für seine Unabhängigkeit
entrichtete. Wir sind stolz darauf, dass sie hier
sind. Und in diesem Jahr werden ungefähr 1 000
Studenten aus Timor Leste in Kuba zusammenkommen,
die meisten davon an Medizinfakultäten. Und dort
sind ebenfalls schon 180 kubanische Ärzte, die in
jenem Land ihren Dienst tun und an die wir an einem
Tag wie dem heutigen denken. Die Einwohner von Timor
Leste waren Kolonie einer iberischen Nation, und wie
immer haben die Mächtigen Soldaten in jene Länder
geschickt. Niemals haben sie Ärzte oder Lehrer
geschickt, niemals haben sie alphabetisiert, niemals
ausgebildet.
Entschuldigt mich, bitte, ich bin vom Text
abgekommen. Ich werde mich bemühen, es nicht mehr zu
tun, denn wir warten mit Ungeduld darauf, an einem
Tag wie dem heutigen den Präsidenten Chávez zu hören
(Ausrufe).
Jetzt kommt zu der Erklärung des Pentagon-Chefs
unmittelbar eine weitere schwerwiegende Erklärung
von John Negroponte hinzu, des Chefs der
Superagentur, die von 15 Diensten gebildet wird,
welche den CIA und den FBI mit einschließen.
Negroponte, der traurige Erinnerungen hervorruft,
enger Freund jenes Terroristen, den sie schützen
wollen und der auf den abstoßenden Namen Posada
Carriles hört – abstoßend, wegen dessen, was er
symbolisiert – und den sie nach Venezuela hätten
zurückschicken müssen, damit dort über ihn Gericht
gehalten wird.
Das ist doch die Höhe, sich auf die Folter als
Vorwand zu berufen, um zu sagen, dass sie ihn nicht
nach Venezuela schicken werden! – das Land, wo
beinahe der Präsident ermordet wurde, wo ein
Militärputsch stattfand, ein Erdölputsch und wo es
einen Präsidenten gibt, der mit seinem unendlichen
Großmut bereit war, jenen zu verzeihen, die das
venezolanische Vaterland verraten haben.
So wie wir verziehen haben, als wir zu einem
bestimmten Zeitpunkt, nachdem wir vom Imperium eine
Entschädigung gefordert hatten, mehr als tausend im
Dienste einer ausländischen Macht stehende Söldner
freiließen, die in US-amerikanischen Uniformen und
mit US-amerikanischen Flugzeugen kamen, auf denen
die Symbole Kubas auf ihren Rumpf gemalt waren und
die einen Überraschungsangriff aus dem Hinterhalt
unternahmen; unser Land überfielen, und zwar
eskortiert vom Geschwader und den Truppen der
Vereinigten Staaten, die nicht dazu kamen zu landen,
denn es gab dort schon niemanden mehr zu
unterstützen, nachdem kaum 48 Stunden vergangen
waren seit der Landung.
Ich hatte nicht die Absicht, etwas hiervon zu
erwähnen, aber es ist so, dass einige Dinge andere
in Erinnerung rufen. Wenn man im Arbeitszimmer sitzt
und über Negroponte sprechen hört oder spricht, kann
es sein, dass man keine große Reaktion zeigt; aber
das ist anders, nachdem man Professor Bonasso
anhörte, der uns dessen infame Rolle sehr gut ins
Gedächtnis zurückgerufen hat – und wir diesen Herrn,
Partner von Posada Carriles im schmutzigen Krieg
gegen Nicaragua, einige Male genannt haben – das ist
der Mann, der heute das sagte, was die
Nachrichtenmeldung ausdrückt: „Der Geheimdienstchef
der Vereinigten Staaten“ – ´der Superagentur´, wie
die Mitteilung ihn bezeichnet – „ließ am Donnerstag
seine Befürchtungen verlauten, dass ein Wahlsieg des
Präsidenten Hugo Chávez im Dezember das stärken wird,
was er eine Außenpolitik der Einmischung in die
inneren Angelegenheiten seiner Nachbarn nennt und
ihn Kuba näher bringen wird“, – aber seht, das ist
noch nicht alles – „Iran und Nordkorea näher“, zwei
Länder, welche sie als terroristisch bezeichnen und
außerdem bedrohen, und zwar einschließlich damit,
taktische Atomwaffen gegen sie anzuwenden, wenn sie
Kernkraftstoff zur Erzeugung von Elektrizität
entwickeln, – wie es mehrere Dutzende Länder der
Welt tun – um nicht ihr Erdgas und –öl zu verbrennen,
bzw. in wenigen Jahren verschwinden zu lassen. So
weit zu gehen, jemandem mit einem Atomwaffenangriff
zu drohen, das ist etwas wirklich Verrücktes. Aber
was für Verrücktheiten sind von Einigen denn nicht
zu erwarten? Ich will nicht beleidigend sein, das
war nicht meine Absicht; aber es ist unmöglich nicht
aufzuzeigen, dass es das Fernsehen gibt, die Reden
vorhanden sind, die Botschaften vorhanden sind, und
einige haben das Gesicht von wirklich entfremdeten
Menschen, um es zart auszudrücken.
In wessen Händen befindet sich das Schicksal der
Welt bzw. in wessen Händen ist die Sicherheit der
Völker des Planeten? Es kann sein, dass sie nichts
Gutes für eine bessere Welt tun werden, aber sie
sind in der Lage, sie an den Rand der Zerstörung zu
bringen und sogar Situationen zu schaffen, die sie
anschließend nicht kontrollieren können; wie Kriege
vom Zaun brechen, dessen Ausweitung und
Verallgemeinerung niemand würde verhindern können.
Jenen Risiken ist diese Menschheit ausgesetzt, sie
sind neu, sie gehören den letzten 100 Jahren an.
Nicht einmal jene, wie die Gefahr der körperlichen
Vernichtung kraft der Massenvernichtungswaffen, als
auch die der massiven Aggression auf die für das
Leben der menschlichen Wesen unerlässlichen
natürlichen Ressourcen, gehören den letzten 60
Jahren an.
„John Negroponte, Direktor des Nationalen
Geheimdienstes, sagte, dass der Präsident Chávez
bereit sei, besonders seine Feindseligkeiten gegen
die Opposition fortzusetzen und die Pressefreiheit
zu verringern.“
Habt ihr es erfahren, junge venezolanische Leute,
dass der Präsident Chávez bereit sei, besonders
seine Feindseligkeiten gegen die Opposition
fortzusetzen und die Pressefreiheit zu verringern?
Also hier veröffentlichen wir ohne jegliche
Einschränkung, was der illustre Negroponte sagte,
und ich zweifle nicht im Geringsten, dass es zu
seiner Schande geschieht, wenn bei Autoren solch
beleidigender und lügnerischer Behauptungen ein
Mindestmaß an Scham bestehen würde.
„Negroponte, beim Ablegen seines ersten Zeugnisses
nach seiner Ernennung…“ Die erste Zeugnisablegung –
die ist weder gegen Posada Carriles gerichtet, oder
gegen den Terrorismus, die Folter, die
außergerichtlichen Morde, welche die Regierung der
Vereinigten Staaten begeht, noch gegen die
universelle Spionage in einer Gesellschaft wie der
US-amerikanischen, zu der man soviel über die
unveräußerlichen Rechte jedes Bürgers gesprochen hat,
bzw. gegen die Freiheit, die Sicherheit und das
Leben. Bei seinem ersten Zeugnis spricht er von
nichts dergleichen. Er spricht über Venezuela und
spricht über Chávez, sowohl er, als auch der Chef
des Pentagon. Es ist abzuwarten, ob dieser genügend
Soldaten zur Verfügung hat, um die Abenteuer
fortzusetzen. Er hat jedes Mal weniger Soldaten,
weniger Menschen, die bereit sind, sich anwerben zu
lassen.
Wir haben vor einigen Stunden, am selben Tag jener
berühmten Botschaft an das Abgeordnetenhaus, die
Nachricht gehört, dass Frau Sheehan verhaftet worden
war. Zum jetzigen Zeitpunkt weiß ich noch nicht, ob
jene Mutter, eine wirklich sanfte Frau, – ihre Worte
dort zum Forum in Venezuela beeindruckten, ihr
Zartgefühl, ihre Gelassenheit; jene Mutter, welche
einen Sohn verloren hat und deren Gesicht kein
einziges Anzeichen von Hass aufweist, aber eine
tiefe Überzeugung bezüglich der Gerechtigkeit ihrer
Forderung, ihrer Aufforderung, ihres Anspruchs, dass
der Krieg beendet wird – die dort in jenem Land
verhaftet ist, wo Posada Carriles mindestens 70 Tage
vollkommen frei war, trotzdem die Regierung der
Vereinigten Staaten und die Super-Geheimagentur
wussten, wo er war, was er machte und an welchem
Stelle er ins Land gekommen war, und zwar ohne ihn
als privilegierten Komplizen von großen Verbrechen
zu verhaften, Komplize des furchtbaren, von den
Geheimdiensten der Vereinigten Staaten dort in
Barbados geförderten Terroraktes, der so viele
Menschenleben gekostet hat und der Venezolaner
mordete – mehr als einen – Venezolaner folterte und
an der Operation Kondor teilnahm, der Verbrechen
über alle Grenzen und Meere hinweg begangen hat, in
Europa; aber sogar in den Vereinigten Staaten, wo
sie eine Bombe im Auto von Orlando Letelier, dem
ehemaligen Außenminister von Salvador Allende, zum
Explodieren brachten, womit sie zusammen mit jenem
eine US-amerikanische Bürgerin ermordeten.
Es empört zu denken bzw. zu wissen, dass Frau
Sheehan verhaftet wurde – denn sie wurde von einem
Abgeordneten der Legislative eingeladen, im
Abgeordnetenhaus anwesend zu sein. Sie ist verhaftet
und zum jetzigen Augenblick weiß ich nicht, das
schwöre ich euch, ob sie noch verhaftet ist oder
nicht.
Dieser Herr Negroponte „erschien gemeinsam mit dem
Chef des CIA, Porter Goss, dem Direktor des FBI
Robert Mueller und anderen Geheimdienstchefs des
Pentagon und des State Departments vor dem
ausgewählten Geheimdienstkomitee des Senats.
Hitler hatte die SA und die Gestapo, aber hatte
nicht so viele Agenturen und so viele Geheimdienste
zur Verfügung, niemals! Was er hatte, war
ausreichend für das Begehen von mehrfachem großen
Völkermord, und dabei war er nicht gefährlicher als
jene, die im Besitz von Zehntausenden taktischer und
strategischer nuklearer Waffen sind.
„Er führte aus, in gewissen Ländern seien einige
radikale populistische Persönlichkeiten auf die
Bühne getreten, die für eine staatliche
Wirtschaftspolitik eintreten...“ Ob sie irgendwann
einmal von einer Aló Presidente-Sendung etwas gehört
haben? Von all dem, was in Venezuela angekurbelt
wird, und ganz besonders von den Missionen, die
Ausdruck einer wahren Partizipation der Bürger an
all dem sind, was mit den Aktivitäten des Landes und
mit ihrem eigenen Leben im Zusammenhang steht? „...
und nehmen sehr wenig Rücksicht“ – sehr wenig
Rücksicht, hört gut her, junges Publikum – „auf die
demokratischen Institutionen.
Negroponte sagte, der Sieg von Evo Morales in
Bolivien sei Ausdruck des Vertrauensverlustes der
Öffentlichkeit in die politischen Parteien und
herkömmlichen Institutionen.“
Natürlich, wie sollten sie auch weiterhin den
Dummheiten und dem Unrat Glauben schenken, die ihnen
täglich vorgespielt werden und die man ihnen mit
Hilfe einstudierter Techniken gewaltsam einbläuen
will, sie dabei in Personen verwandelnd, die wie die
Tiere im Zirkus reflektorisch handeln. Dafür
verwenden sie die Billion Dollar, die sie
alljährlich für Werbung ausgeben; nicht für Bildung,
wie es zum Beispiel unser Land tun kann und
gegenwärtig tut: es gibt immer mehr Massenmedien,
immer mehr Fernsehprogramme; über 60 % der Sendezeit
befasst sich mit Bildung und enthält keinerlei
Werbung. Daher ist es für das Imperium sehr schlecht,
mit Kuba, mit den Kubanern zu sprechen.
Also, ich entschuldige mich erneut für meine
Abweichung vom Text. Sogar mein Wort, mich kurz zu
fassen, habe ich gebrochen.
Diese bedeutende Auszeichnung, die wir heute Hugo
Chávez übergeben, wurde 1994 vom Verwaltungsrat der
UNESCO auf Vorschlag ihres Generaldirektors, des
hervorragenden Wissenschaftlers und Intellektuellen
Federico Mayor Zaragoza instituiert in Befolgung
eines kubanischen Vorschlags, als noch niemand in
unserem Land Chávez kannte.
Wer hätte das gedacht; man hätte Hellseher sein und
eine Glaskugel besitzen müssen um zu erfahren, dass
– zu Ehren jener, die den Vorschlag unterbreiteten
und unterstützten – diese Auszeichnung eines Tages
an Hugo Chávez gehen würde. (Beifall)
Eine so hohe Anerkennung wird, wie es wörtlich im
Text der Vereinbarung heißt, verliehen im Namen des
„hervorragenden Denkers und Mannes der Tat, der
Hauptinstrument der Befreiung Kubas und höchster
Vertreter der spanisch-amerikanischen Literatur war“
– Martí – „als eine Form des Förderns und Belohnens
besonders verdienstvoller Taten von Persönlichkeiten
und Institutionen, die im Sinne des Gedankengutes
und des Geistes von José Martí, die Neigung zu
Souveränität und Befreiungskampf einer Nation
verkörpernd, irgendwo auf der Welt Hervorragendes
geleistet haben für die Einheit und Integration der
Länder Lateinamerikas und der Karibik, für deren
sozialen Fortschritt und die Wahrung ihrer Identität,
ihrer kulturellen Traditionen und historischen Werte“.
Logischerweise würde diese Auszeichnung niemals
einem Pinochet zuteil; jenen, die Zehntausende
Verbrechen und Folterungen gegen die Völker in
Argentinien, in Guatemala, in Paraguay begangen
haben; oder die schmutzige Kriege führten wie den in
Nicaragua, der Tausenden Nicaraguanern das Leben
kostete; oder in anderen Teilen dieser Erdhälfte,
mit Schergen und Folterknechten, ausgebildet in
jenen Schulen, mit denen der Imperialismus die
Regierungen der Gewalt förderte und an der Macht
hielt; mit Folterspezialisten, die in den
Vereinigten Staaten die Praktiken jener grausamen
Taten erlernten, die gegen das vietnamesische Volk
begangen wurden, wo in einem ungerechten Krieg vier
Millionen Menschen ihr Leben lassen mussten und
weitere Millionen zu Invaliden wurden.
Für jene wird es niemals Auszeichnungen geben, für
die Verbrecher, die Vaterlandsverräter; für jene,
die Millionen, Hunderte Millionen Menschen auf
dieser Erdhälfte verraten, für die es nicht genügend
Ärzte, Schulen, Arbeitsplätze, Lehrer gibt und wo
zum Beispiel Millionen des Augenlichts verlustig
gehen, halb und auf die Dauer dann ganz erblinden.
Wie sollten sie also die Programme von Leuten wie
Hugo Chávez unterstützen; von Leuten, Herr
Negroponte, die 17 Millionen Venezolanern ärztliche
Versorgung ermöglichen, die es früher für sie nicht
gab, nicht einmal eine Apotheke hatten sie. Und
heute erhalten diese 17 Millionen Menschen von der
bolivarianischen Regierung nicht nur die ärztliche
Versorgung, sondern auch die Medikamente kostenfrei.
Es ist das Verdienst eines echt revolutionären
Prozesses, der augenoptische Untersuchungen und eine
kostenfreie Aushändigung von Sehhilfen förderte;
ebenfalls kostenfrei ist die zahnärztliche
Versorgung, die heute im Rahmen des vollkommensten
sozialen Programms, das es je gegeben hat, erfolgt.
Und zwar nicht nur auf dem Gebiet der Bildung,
sondern auch dem des Gesundheitswesens, das Mitte
2006 über 600 integrale Diagnosezentren verfügen
wird, erstklassige Polikliniken, 600 Physiotherapie-
und Reha-Zentren, deren elektromagnetische Geräte
von den weltbesten Herstellern stammen, sowie 35
Diagnosezentren mit Spitzentechnologie, wofür
bereits das Neueste an Geräten gekauft wurde.
Darüber sagen die Anführer des Imperiums nichts,
denn nur sehr wenige Privatkliniken der Vereinigten
Staaten sind im Besitz von Gerätegruppen der
jüngsten Generation, wie sie in den genannten
Zentren verfügbar sein werden.
Die Betreuungsleistungen werden sich auf sämtliche
Schichten der venezolanischen Gesellschaft
erstrecken. So forderte es Präsident Chávez vor
reichlich einem Jahr. Daher erhöhte sich die
Gesamtanzahl der bei Kuba bestellten Zentren von 824
auf 1 235.
Dabei übertreibe ich nicht. Ich weiß wohl, dass in
den Vereinigten Staaten alles vom Prinzip der
Gewinnerzielung bestimmt wird und dass überaus teure
Geräte lediglich bei wenigen Bevorzugten eingesetzt
werden. Bei Venezuela bin ich sicher – und das aus
unserer eigenen Erfahrung heraus – dass diese Geräte
täglich bei 30, 40, 50 Patienten zum Einsatz kommen
werden.
Ich hege nicht den geringsten Zweifel, dass das
Vaterland Bolivars ebenso wie Kuba, und viel
schneller noch als Kuba, Exzellentes in den
Versorgungsleistungen erreichen wird; wir sind noch
nicht am Ziel, obzwar schon recht nahe. Wir haben
mehr als 70 000 Ärzte; davon sind etwa 60 000
Fachärzte, die Master-Studiengänge absolvieren oder
ihre Promotion vorbereiten; menschliches Kapital,
wie es auch Chávez ausbilden will; Dozenten, Ärzte,
Ingenieure; Hochschulabsolventen, die ebenfalls
Dozenten und Doktor der Wissenschaften werden; das
ist die Schaffung von menschlichem Kapital, das
nicht versiegt wie beispielsweise das Nickel, das
Aluminium oder die Kohlenwasserstoffe. Nein, es
vervielfacht sich, denn diese jungen Menschen aus
Venezuela und Bolivien, die heute voller Lebenskraft,
Hoffnung und Vorsätzen in Zentren von hoher Qualität
eintreten, werden bei Erhalt ihres akademischen
Grades viel mehr wissen und sich gesteigert haben;
sie werden sich erneut gesteigert haben, wenn sie
eine Fachrichtung beherrschen; dann wieder, wenn sie
ein oder zwei internationalistische Einsätze erfüllt
haben; sie werden sich aufs Neue gesteigert haben
nach dem Abschluss eines Master-Studienganges oder
einer Promotion, wie dies in naher Zukunft bei
unseren Ärzten massiv der Fall sein wird.
Nichts ist mit dem menschlichen Kapital vergleichbar.
Und eines Tages werden die kommenden Generationen
dem bolivarianischen Prozess zwei Dinge zuerkennen:
erstens das Wichtigste: Entwicklung und Steigerung
des venezolanischen menschlichen Kapitals bei der
Erkenntnis, dass dieses niemals versiegt; Schutz der
natürlichen Ressourcen des Landes; Aufruf zur
Integration und Kooperation in einem geeinten
Amerika, um so für mehr als 100 Jahre – 200 Jahre,
wenn gespart wird – den erforderlichen Brennstoff
abzusichern und in der Zwischenzeit die Entwicklung
der nötigen Technologie zur Schaffung der
Ersatzstoffe des gegenwärtig eingesetzten Brenn- und
Kraftstoffes; die Ersatzstoffe für Erdöl, die es
geben wird, doch so wie es heute in der Welt
aussieht, werden diese das ausschließliche Monopol
der Reichsten sein, diejenigen, die auf höchster
Entwicklung basieren, um die Völker der Dritten Welt
noch stärker auszubeuten, sollten wir uns nicht
dagegen auflehnen und dies bis zum letzten Atemzug
zu verhindern suchen und nicht nur für einen
gerechten materiellen Wohlstand, sondern für das
Überleben kämpfen! Und mit Sicherheit weiß ich, dass
das geschehen wird (Beifall und Ausrufe).
Diese Internationale Auszeichnung „José Martí“ wurde
Präsident Hugo Chávez Frías auf Vorschlag von sechs
lateinamerikanischen Ländern verliehen: Panama,
Uruguay, Brasilien, Argentinien, Dominikanische
Republik und Kuba. Angenommen wurde er einstimmig –
ich wiederhole, Herren Rumsfeld und Negroponte,
einstimmig – von einer Jury aus angesehenen
Persönlichkeiten der Welt, die einmütig seine
Verdienste im Unabhängigkeitskampf der Völker
Unseres Amerika würdigten.
Präsident Chávez hatte den Wunsch, die Auszeichnung
in Havanna entgegenzunehmen; in dieser Stadt, in der
José Martí am 28. Januar 1853, vor genau 153 Jahren
und sechs Tagen, geboren wurde. Sein Geburtsdatum
liegt ziemlich nahe.
Unter uns weilen heute anlässlich dieses
außergewöhnlichen Aktes 38 hervorragende
Intellektuelle der Welt, die speziell zu diesem
Anlass gekommen sind; darunter fünf der sieben
Mitglieder der Jury für die Internationale
Auszeichnung „José Martí“. Sie sind nicht beschämt,
sie Präsident Hugo Chávez zuerkannt zu haben, der
sie in diesem Ausmaß verdient.
Ebenfalls anwesend sind mehr als 100 bedeutende
Künstler, Schriftsteller, Verleger und
Professionelle aus vielen Ländern, die zur XV.
Internationalen Buchmesse gekommen sind. Die Messe
ist dieses Jahr mit vollem Recht der
Bolivarianischen Republik Venezuela gewidmet, wo
Bildung, Gesundheitswesen und Kultur erblühen. (Beifall
und Ausrufe)
Wer nun genau ist heute auf dieser Veranstaltung?
Als eine schlagende und unwiderlegbare Erwiderung
auf die Schändlichkeit derer, die eine Welt voller
Analphabeten, Unwissender, Hungernder, Kranker und
Armer anstreben, um sie der schändlichsten
Ausplünderung auszusetzen, sind heute hier auf
diesem glorreichen Platz:
· 3 421 venezolanische Studenten des neuen
Projektes der Ausbildung Lateinamerikanischer
Mediziner; (Beifall und Ausrufe)
Hebt die Fahnen schön hoch, damit man in den
Vereinigten Staaten sieht, was Chávez zur
Unterstützung der Jugend tut.
· 2 592 aus Bolivien; hebt die Hände; (Beifall
und Ausrufe)
· 477 aus Honduras; hebt die Hände; (Beifall
und Ausrufe)
· 334 aus Timor Leste; (Beifall und Ausrufe)
· 200 aus Ecuador; (Beifall und Ausrufe)
· 59 aus Paraguay, im neuen Studienjahr; (Beifall
und Ausrufe)
· 50 aus Guatemala, doch bald werden es 2 000
sein; (Beifall und Ausrufe)
Insgesamt sind es 7 133, die bereits in Kuba sind.
Ebenfalls anwesend bei dieser öffentlichen
Feierlichkeit sind:
· 2 206 Studenten der Lateinamerikanischen
Medizinschule, Escuela Latinoamericana de Medicina,
ELAM, Havanna; (Beifall und Ausrufe)
· 200 der Internationalen Schule für
Körperkultur und Sport; (Beifall und Ausrufe). Seht
nur, wie kräftig sie sind.
· 1 100 des Programms der Vorbereitung von
Ärzten, technischem und ingenieurtechnischem
kubanischem Personal für internationalistische
Einsätze; (Beifall und Ausrufe). Sie sind weiter weg.
· 1 224 venezolanische Studenten der
Ausbildung von Sozialarbeitern; (Beifall und Ausrufe).
Seht, ein Wald von Fahnen.
· 4 806 junge kubanische Sozialarbeiter in
Vertretung der 28 000, die es heute gibt;
· 8 000 kubanische Studenten der Universität
der Informatikwissenschaften; (Ausrufe)
· 600 junge kubanische Instrukteure der
Kunstdisziplinen, Mitglieder der Brigade „José
Martí“ der Stadt Havanna; Uh! Ganz weit weg;
(Lachen)
· 850 Mitglieder der kubanischen Delegation
zum VI. Weltsozialforum in Caracas; (Ausrufe)
· eine Vertretung des Betreuungspersonals von
Patienten der Operación Milagro (Mission Mirakel) in
den Klinikunterkünften;
· mehr als 43 000 kubanische Schüler der
Federación de Estudiantes de Enseñanza Media,
Vereinigung der Mittelschüler, FEEM (Ausrufe) und
des Studentenbundes, Federación Estudiantil
Universitaria, FEU (Ausrufe); vertreten durch
Studenten der Schulen für Instrukteure in
Disziplinen der Kunst, der Technischen und
Berufsausbildung, des Spezialgymnasiums für Exakte
Wissenschaften „Wladimir Iljitsch Lenin“, Lehrer der
Schnellausbildung für die Grundschulstufe, sämtliche
Fächer unterrichtende Lehrer der Mittelschulstufe,
KrankenpflegerInnen, Technologen des
Gesundheitswesens und Studenten der
Universitätszentren der Stadt Havanna;
· eine Vertretung von Studierenden in
militärischen Studienzentren;
· 42 000 Beschäftigte des Bauwesens, der
Touristikbranche und der Firmen CIMEX und CUBALSE,
die sich in der Nähe des Platzes befinden;
· Vertreter mehrerer Organisationen und
Einrichtungen, die sich mit dem Studium des Werkes
von José Martí befassen; (Ausrufe)
· Vertreter von Organen, Institutionen sowie
politischen und Massenorganisationen
· 125 000 Mitbürger der Stadtbezirke Centro
Habana, Cerro, Habana Vieja, Boyeros, Diez de
Octubre, Playa und Plaza de la Revolución.
Vor wenigen Tagen erst traf das von Bolívar und
Sucre befreite leidgeprüfte bolivianische Volk eine
Naturkatastrophe auf das Härteste. Venezuela und
Kuba kamen diesem Bruderland zu Hilfe.
Sobald es in unserem Land bekannt wurde, nachdem Evo
einen Aufruf an die internationale Gemeinschaft
gerichtet hatte, startete ein Flugzeug Kubas, eine
IL-62 mit 15,7 Tonnen Medikamente an Bord, und nur
Stunden später startete vom Flughafen Rancho Boyeros
eine weitere Maschine mit 140 Ärzten, spezialisiert
auf die Bekämpfung der Folgen, die Naturkatastrophen
beim Menschen hinterlassen; (Beifall und Ausrufe);
eine komplette Brigade des Kontingents „Henry
Reeve“. Alle Brigaden, um die Evo bittet, werden in
dieses Bruderland starten. (Ausrufe)
Auch bereiten sich Venezuela und Kuba auf den von
Evo zu bestimmenden Beginn der
Alphabetisierungskampagne in Bolivien vor. Diese
wird alle vorangegangenen Kampagnen übertreffen,
denn alphabetisiert wird in Spanisch und
gleichzeitig Aimará oder Khechua, je nachdem.
(Ausrufe)
Es wird eine neue Art des massiven Alphabetisierens,
ein kolossaler Versuch; und ich kann mir vorstellen,
dass in der Zukunft andere Völker ihren Nutzen aus
all diesen Erfahrungen ziehen werden. Wir beiden
Länder, Venezuela und Kuba, sind miteinander
verbunden in der Kooperation mit Bolivien – wie auch
in anderen Dingen; doch nicht, um Bomben auf
irgendein Land abzuwerfen, Streitkräfte einzusetzen,
terroristische Methoden oder Gewalt anzuwenden. Ganz
im Gegenteil, wir sind verbunden in der Umsetzung
einer vollkommen brüderlichen und humanitären
Aktion, wie der Schriftsteller Bonasso ausdrückte.
Wir bereuen es nicht, unser Volk bereut es nicht. Es
ist stolz darauf. Auch die Venezolaner werden es
niemals bereuen; und inmitten enormer Hindernisse,
Schwierigkeiten und Risiken, die wir nicht
unterschätzen, werden wir ein aufrichtiges Verlangen
nach Frieden haben und das Glück, für eine wirklich
bessere Welt zu kämpfen.
Ich will nicht ausführlicher werden – so stand in
meinem Programm, obwohl ich glaube, dass ich zu
weitgreifend war, wofür ich mich noch einmal
entschuldige. Hinzugefügt werden soll nur noch, dass
nichts und niemand die leuchtende Zukunft der Völker
Lateinamerikas und der Karibik verhindern kann.
Hasta la victoria siempre!
(Ovationen)
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